American Barbecue: Mehr als nur Grillen

Der Begriff "Barbecue" leitet sich aus dem Spanischen "Barbacoa" (Grill oder Grillparty) ab. Ursprünglich vor allem in den US-Südstaaten verbreitet, lässt das American Barbecue inzwischen auch hierzulande zahlreiche Grillerherzen höher schlagen, denn gerne können die Fleischstücke mal etwas größer ausfallen. Außerdem geht es hier nicht um Schnelligkeit, sondern darum, das Fleisch über mehrere Stunden bei mäßigen Temperaturen garen zu lassen, das Fleisch wird so zart und saftig. Die absolute Königsdisziplin des amerikanischen Barbecue nennt sich übrigens "Holy Trinity" und besteht aus Spareribs (Schweinerippen), Pulled Pork (aus der Schweineschulter) und Beef Brisket (Rinderbrust).

Weil man Amerikanisches Barbecue niemals alleine, sondern immer gemeinsam in der Gruppe zelebriert, hat sich der Name auch als Begriff für ein Fest unter Freunden, Familien und Nachbarn etabliert. Die Mischung aus Grillkunst, Entschleunigung und Geselligkeit macht das American Barbecue also zu einem ganz besonderen Erlebnis.

3 Grillmethoden beim American Barbecue

Im Mittelpunkt der Sause? Na klar: der Grill. Mit diesen drei Grillmethoden beeindrucken Sie Ihre Gäste beim nächsten American Barbecue:

Grillmethode 1: Das direkte American Barbecue

Bei der direkten Grillmethode wird das Fleisch unmittelbar über die Glut gelegt. Wegen der starken Hitzeeinwirkung (ca. 270°) ist das Fleisch entsprechend schnell durch – ideal also für eine Vorspeise aus Bratwurst, Bauchfleisch und kleineren Steaks. Lieben Sie Fleisch, das schön durch und trotzdem saftig ist, eine knusprige Kruste und charakteristische Grillstreifen besitzt? Dann ist diese Grillmethode genau das Richtige für Ihr American BBQ!

Tipp: Um das typische Rautenmuster auf dem Fleisch zu erhalten, drehen Sie das Fleisch um 45°. Danach rechtzeitig wenden, damit es nicht anbrennt und wiederum um 45° drehen.

Grillmethode 2: Das indirekte American Barbecue

Im Gegensatz zur direkten Grillmethode wird das Fleisch nicht über die Glut, sondern ein Stück versetzt auf das Rost gelegt. Bei einer niedrigen Temperatur von etwa 140° wird das Fleisch ganz langsam unter verschlossener Grillhaube gegart – Sie vermeiden dadurch, dass das Fleisch anbrennt, weil Sie wie im Backofen eine gleichmäßige Umluft vorfinden. Diese Methode eignet sich am besten für große Fleischstücke (z. B. das Dry Aged Côte de Boef) die entsprechend länger brauchen, bis sie richtig durch sind. Brauchen Ihre Meisterwerke am Ende noch ein goldbraunes Außenprofil? Dann legen Sie sie noch für ein paar Momente direkt über die Glut. Der im Fleisch enthaltene Zucker karamellisiert an der Oberfläche und bildet eine knusprige Kruste.

Tipp: Legen Sie unter das Fleisch eine Tropfschale (z. B. aus Alu) mit Wasser gefüllt – die aus dem Fleisch entweichende Flüssigkeit wird so aufgefangen und ihr Grill geschont. Außerdem sorgt das Wasser dafür, dass überschüssige Hitze aufgenommen und langsam während des Garprozesses wieder abgegeben wird.

Grillmethode 3: Räuchern im BBQ-Smoker

Diese Grillmethode ist wohl die ursprünglichste American-Barbecue-Variante. Benötigt wird dazu ein sogenannter Barbecue-Smoker. Das Besondere an diesen Grill: Die Grillkohle befindet sich in einer separaten Garkammer, der Side-Fire-Box. Dies hat den großen Vorteil, dass das Fleisch nicht anbrennen kann. Bevor der Rauch aus der Grillkammer entweicht, zieht er am Fleisch vorbei – es bekommt ein charakteristisches Raucharoma bei einer Gartemperatur von 100-140°.

Um dem Raucharoma noch eine ganz besondere Note zu geben, fügen Amercian-Barbecue-Experten zusätzlich noch Holzchips zur Grillkohle in die Side-Fire-Box hinzu. Meist wird dafür Buchenholz verwendet, je nach Geschmack auch Fruchthölzer (z. B. Apfel oder Kirsche) oder andere Holzarten – Liebhabern sind hier keine Grenzen gesetzt.

Tipp: Weil es hier bei der Holzkohle eher um Klasse statt Masse geht, kann man getrost ein paar Euro mehr für hochqualitative Produkte, z. B. Buchen-Retorten-Holzkohle oder Räucherholz ausgeben – im Gegensatz zu herkömmlichen Kohlen oder Briketts entfaltet dieses wunderbar natürliche Räucheraromen.

American Barbecue: Was gehört alles dazu?

Da das American Barbecue eine große Bandbreite an Grillformen und -Varianten zulässt, besteht für jeden die Möglichkeit, sein eigenes perfektes Barbecue zu entdecken und zu verfeinern. Das folgende Equipment sollte dabei nicht fehlen:

Ohne geht´s beim Barbecue nicht: der Grill

Nicht jeder möchte und kann sich gleich einen speziellen Barbecue-Grill kaufen. Da es beim Amercian Barbecue vor allem um das Garen unter der Haube geht, reicht für den Anfang auch ein Kugelgrill.

Barbecue-Liebhaber finden auf dem Markt zahlreiche Modelle und Ausführungen von BBQ-Smokern. So sind sie in der Regel aufgebaut:

Aufbau eines klassischen BBQ-Smokers für das perfekte Amerikanische Barbecue

Die geläufigste BBQ-Smoker-Variante ist der Barrel Smoker, der den Rauch aus der separaten Grillkammer von einer Seite direkt in die Garkammer geleitet und nachher über einen Schornstein abführt.

Beim Reverseflow-Smoker hingegen wird der Rauch unter der gesamten Grillkammer entlang geleitet. Diese wird so überall gleichmäßig erwärmt.

Wie der Name schon sagt, wird der Pellet-Smoker statt mit Holzkohle mit Holzpellets betrieben. Der Vorteil: Der Smoker läuft quasi von selbst. Sie müssen dabei nur die gewünschte Gartemperatur einstellen. Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Ausführungen, wie Ugly-Drum oder Water-Smoker, die ebenfalls komplett ohne Holzkohle auskommen.

Grillthermometer: Die Gartemperatur im Blick

Beim American Barbecue geht es nicht um Schnelligkeit, sondern darum, dass das Fleisch bei 100-140° langsam zart und saftig wird. Entsprechend wichtig ist es darauf zu achten, die richtige Temperatur unter der Haube aufrecht zu halten. Gerade bei teureren Modellen sind Grillthermometer bereits im BBQ-Grill integriert – falls nicht, kann man sich problemlos ein Gerät dazukaufen. Grillthermometer gibt es in vielen Varianten und Preisklassen.

Rezept: American Barbecue mit süßen Spareribs

Spare Ribs aus dem Smoker sind ein Klassiker beim American Barbecue. Das besondere Extra bei Spareribs: die selbstgemachte Marinade, z. B. aus Honig und Senf. Um 8 Portionen Spare Ribs zu marinieren, brauchen Sie:

  • 1,5 kg Spareribs
  • 2 Knoblauch-Zehen
  • 5 El Olivenöl
  • 3 EL Honig
  • 3 EL Senf
  • 2 El brauner Zucker
  • 1 Zitrone (Saft)
  • Tabasco
  • Salz (Meersalz) und Pfeffer

Schälen Sie die Knoblauch-Zehen und hacken Sie diese fein. Den Knoblauch nun zusammen mit allen anderen Zutaten (außer Salz und Pfeffer) verrühren. Schneiden Sie nun die Spareribs in die gewünschten Portionen und legen Sie diese in ein Gefäß (z. B. eine Glas-Bratform). Verteilen Sie nun die Marinade gleichmäßig auf dem Fleisch und lassen Sie die Marinade etwa 3 Stunden zugedeckt einziehen. Ein wenig Marinade übrig lassen.

Alternativ können Sie die Spareribs in einen wiederverschließbaren Plastikbeutel legen, die Marinade einfüllen, Plastikbeutel schließen und das Fleisch zusammen mit der Marinade kneten.

Wenn die Marinade ausreichend eingezogen ist, können Sie die Ribs mit der indirekten Grillmethode (Methode 2) langsam 2 Stunden bei 150° garen lassen, herausholen, dann mit der restlichen Marinade bestreichen, nach Belieben Salz und Pfeffer dazutun. Die Spareribs nun in Alufolie wickeln und weitere 2 bis 3 Stunden in den Grill legen. Die inzwischen schön zart gewordenen Spareribs herausholen, noch einmal in Alufolie wickeln und noch einmal 30 Minuten ruhen lassen. Danach können Sie Ihre Meisterwerke auftischen.

Fazit zum perfekten American Barbecue

Beim American Barbecue sind echte Könner am Smoker gefragt. Und weil hier ganz nach amerikanischer Sitte gegrillt wird, dürfen die Fleischstücke auch gerne massiver ausfallen. Ob mit Kohle oder Holz, direkt oder indirekt – die vielseitigen Grillmethoden laden dazu ein, seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Stil zu entwickeln. Weil das Ganze alleine nur halb so viel Spaß macht, sollte man unbedingt Gäste mit den eigenen Grillkünsten verwöhnen.