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Da hat man sich die Seele aus dem Leib gegrillt, ein Spitzen-Ergebnis abgeliefert, die Gäste toben vor Begeisterung und schreien nach Nachschub. Und dann der Absturz: Es muss saubergemacht werden. Dieser Artikel ist denjenigen unter Ihnen gewidmet, die es nicht schaffen, das leidige Problem jemand anderem unterzujubeln.

Einem schmutzigen Rost vorbeugen

Die echten Juwelen zuerst: Am besten benutzen Sie Ihren Grill einfach gar nicht, dann wird er auch nicht schmutzig! Genial, oder? Scherz beiseite, hier ein Tipp: Wenn Sie Ihren Grillrost vor dem Grillen mit etwas Speiseöl einreiben, setzt sich eine weniger hartnäckige Dreckschicht fest. Aber Achtung, benutzen Sie nicht soviel, dass das Öl in die Glut tropft: Nur leicht bestreichen! Soll ja kein Feuer fangen oder Asche aufs Fleisch wehen. Alternativ können Sie auch eine Schweineschwarte nehmen, das ist schön handlich und tropft nicht.

Reinigung von Holzkohlegrills

Grillroste von Holzkohlegrills sind am besten zu reinigen, indem sie ausgebrannt werden: Direkt nach dem Grillen, also wenn der Grill noch möglichst heiß ist – alle Schotten dicht machen (also Lüftungsöffnungen und Deckel), zehn bis fünfzehn Minuten warten, dann mit der Grillbürste ran. Grobes mit Küchenpapier entfernen – manchmal haben Grillbürsten auch einen Schaber den man dazu gut nutzen kann.

Reinigung von Gasgrills

Das Prinzip bei der Reinigung des Rosts Ihren Gasgrills ist die Gleiche: Hitze schlägt Dreck. Bloß dass der Dreck eines Gasgrills leichter zu entfernen ist – es gibt hier kaum Ruß, und das Fett tropft nicht wild in der Gegend rum und verschmiert alles. Also: Brenner aus, Deckel druff, aufheizen (vorher grobe Reste entfernen), Dreck ausbrennen, warten bis nix mehr qualmt, Grillrost abbürsten, wenn nötig: wiederholen. Abstellflächen kann man genauso behandeln wie die in der Küche: Wasser und Spülmittel. Gleiches gilt für den Grill von außen.

Reinigung eines Elektrogrills

Es soll ja auch Leute geben, die einen Elektrogrill stolz ihr Eigen nennen. Der Ablauf für die Reinigung eines Elektrogrills entspricht im Prinzip dem eines Gasgrills.

Unterschiede zwischen einem verchromten Grillrost und einem aus Edelstahl

Ein Edelstahlrost macht Sinn, wenn Sie Low & Slow vorgehen möchten. Er lässt sich ganz gut reinigen: Wasser, Grillbürste, bisschen Reinigungsmittel – alles kein Problem.

Verchromte Grillroste sind etwa um die Hälfte billiger als Edelstahlroste, aber das rächt sich: Er wird schneller dreckig, ist schwieriger sauberzumachen und im schlimmsten Fall splittert was ab und das ganze Ding rostet.

Wenn Sie sich trotzdem für diese Lösung entscheiden sollten, würde ich Ihnen empfehlen, wenigstens eine Messingbürste zu verwenden – die sind nicht so hart, da hält das Material des Grillrosts was länger.

Mehr schnelle Lösungen und Techniken

  • Waschsoda - 2-3 EL in Wasser aufgelöst, ½ Stunde einwirken lassen, und: sauber. Sagt man.
  • über Nacht kalt in nasses Zeitungspapier einpacken, grob abwischen, am nächsten Tag über Nacht mit Backofenreiniger in die Badewanne. Glänzt und blinkt, ohne dass man was machen muss, angeblich.
  • zusammengeknüllte Alufolie ist ein guter Schwamm – einfach mal ausprobieren.
  • Wasser: über Nacht einweichen. Am besten direkt nach der ersten Nutzung damit anfangen.
  • Kaffee/Kaffeesatz: Manche Leute schwören drauf – hartnäckigen Dreck mit Kaffee oder Kaffeesatz bearbeiten. Ausprobieren!
  • Asche: Einen feuchten Lappen in die Asche tunken und den Grillrost mit diesem Aschebrei abschmirgeln, da geht richtig was runter mit. Dann Wasser drüber – das kann man auch direkt im Garten erledigen, das tut dem Rasen sogar gut. Sehr umweltfreundlich, das Ganze!
  • mein Favorit: Ameisen! Dazu den Grillrost in die Nähe eines Ameisenhaufens legen, angeblich machen die Viecher den Grill dann sauber. Das wäre natürlich ganz, ganz weit vorne. Aber wer hat schon einen Ameisenhaufen in der Nähe!

Spezialfall: Einen Grillrost aus Gusseisen reinigen

Der gusseiserne Grillrost wird benötigt, wenn man sehr hohe Temperaturen braucht – also das Gegenteil von BBQ und Low & Slow. Dafür brauchen Sie einen Edelstahlrost oder einen verchromten Grillrost. Das wissen Sie wahrscheinlich schon.

Hoffentlich wissen Sie auch, dass man gusseiserne Grillroste niemals mit Reinigungsmitteln oder groben Bürsten reinigen sollte:

Auf einem Grillrost aus Gusseisen bildet sich im Laufe der Zeit eine gewünschte dünne Fettschicht, eine Art Patina. Erst wenn es diese Schicht gibt, ist der Gussgrillrost vernünftig "eingebrannt", er hat dann einen eingebauten Antihaft-Schutz, das Grillgut bleibt so nicht kleben bzw. kann einfach ausgebrannt oder mit heißem Wasser abgewaschen werden. Ideal. Also nicht wegmachen, die Schicht!

Und so brennen Sie Ihren Gussgrillrost ein:

  1. Gusseisengrill gut mit Seife und Wasser reinigen & abtrocknen
  2. Grillrost einfetten und zwar mit einem Fett oder Öl mit vielen gesättigten Fettsäuren (z.B. Kokosöl oder Schweineschmalz)
  3. Temperatur hochziehen. Sobald das Öl zu rauchen beginnt, Rost runternehmen, auskühlen lassen. Punkt 2 mindestens zweimal durchgehen.
  4. Das Fett brennt sich in den Rost ein & schützt ihn nachhaltig vor Schmutz
  5. Falls der Rost verrostet sein sollte: mit Stahlwolle säubern, danach neu einbrennen

Augen auf wenn Bürste drauf: Die Gefahr aus der Grillbürste

In der Grillbürste lauert eine unterschätzte Gefahr: Beim Reinigen können sich kleine Metallborsten lösen, am fettverkrusteten Rost hängen bleiben und sich beim nächsten Mal ins Grillgut bohren: Das kann beim Verzehr zu Verletzungen in Mundhöhle, Rachen und Speiseröhre führen! Gruslig. Deswegen vorher die Grillbürste überprüfen, und hinterher den Grillrost. Oder gleich eine mit Nylonborsten kaufen.

Fazit

Vom amtierenden deutschen Grillkönig Michael Hoffman gibt´s einen genialen Extra-Tipp: Grill einpacken, Waschanlage, mit nem Dampfdruckstrahler allen Dreck plattmachen. Das klingt nach der vielleicht schmerzlosesten Lösung. In jedem Fall sollten Sie jetzt eine informierte Entscheidung treffen können.