Der perfekte Grill für unterwegs

Zuhause mag ein Grill-Ferrari im Stil eines Broil King stehen. Wenn es jedoch mobil zugehen muss, sind solche Stücke bei weitem zu sperrig und zu schwer. Realistisch gesehen gibt es deshalb drei Optionen, von denen jedoch nur eine vollends überzeugt:

  • Die archaische Variante wäre es, mit nichts weiter als einem Rost loszuziehen. Das mag dort funktionieren, wo es eine halbwegs vorhandene Infrastruktur gibt – etwa Grill-„Becken“ in Parks usw. In der freien Natur müssen Sie allerdings zumindest Steine für einen Feuerkreis zusammensuchen, zudem Fallholz (oder Kohle mitschleppen) und es bleibt ein bleibender Abdruck in der Landschaft – nicht so ökologisch einwandfrei und vielerorts auch schlicht verboten.

  • Die simple Variante wäre es, einen transportablen (Einweg-)Kohlegrill mitzunehmen. Für ein paar schnelle Würste mag das ausreichen, ein Steak mit perfekter Kerntemperatur wird es jedoch schon deutlich schwieriger. Zumal Einweggrills immer ein Müllproblem bedeuten und Sie bei der Mehrweg-Variante die Kohlen mit hinbringen und hinterher einen verrußten Grill voller Asche heimschaffen müssen.

  • Die optimale Variante wäre es, einen Gasgrill mit zum Zelten zu nehmen. Diese Stücke sind hinreichend kompakt und leicht, sind dank Gas ebenso dosierbar wie der heimische Grill und lassen sich hinterher problemlos wieder abtransportieren. Dass sie keine Hitzespuren auf Gras und Co. hinterlassen, kommt noch dazu.

Tatsächlich ist der Gasgrill deshalb Ihre beste Alternative, weil bei ihm die wenigsten Abstriche gemacht werden müssen. Sowohl was die Logistik anbelangt wie das eigentliche Grillen.

Der Handwagen – ohne Wenn und Aber

Abermals kommt es natürlich darauf an, welches Outdoor-Level Sie anstreben. Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind und alles dicht am Fahrzeug stattfindet, lässt sich alles wie zuhause benutzen. Geht es jedoch tief in die Natur, erfordern die allermeisten Lösungen gewisse Abstriche.

Eine Kühlbox beispielsweise ist, wenn man sie kilometerweit über Stock und Stein tragen muss, entsetzlich sperrig; Sie müssten also auf einen Kühlrucksack ausweichen, mit entsprechenden Abstrichen für die Kühlkette, weil hier naturgemäß eine weniger optimale Isolation besteht.

Unserer Ansicht nach ist es deshalb die beste Option, auf einen halbwegs geländetauglichen Handwagen zu setzen. Warum? Aus guten Gründen:

  1. Der Wagen muss nur gezogen, nicht getragen werden. Pro Kilogramm muss deshalb nur ein Bruchteil der Kraft aufgewendet werden.

  2. Sie haben multiple Optionen zwischen fertigem Bollerwagen, umfunktioniertem Fahrrad-Anhänger oder sogar der selbergebauten Variante.

  3. Diese kleinen Wagen sind ziemliche Kraftpakete, können hohe Lasten schleppen, die weit über dem liegen, was Untrainierte auf dem Rücken in die Natur bringen könnten.

Damit kann auch in Sachen Zubehör das meiste aus Ihrer heimischen Grillküche verwendet werden und Sie müssen nicht zwingend umfangreiches Camping-Leichtbaumaterial anschaffen.

Der Trick mit den Flaschen

Natürlich müssen Sie Speisen und Getränke in gekühltem Zustand zum Ort des Entspannens schaffen. Zumindest mit Hinblick auf den Rückweg sollten Sie aber dgewillt sein, es sich etwas leichter zu machen – trotz Handwagen.

Normale Kühl-Akkus bleiben auch im aufgetauten/aufgewärmten Zustand so schwer wie zuvor. Umgekehrt werden Sie vor Ort aber sowieso klares Wasser brauchen – zum Trinken, Händewaschen usw.

Schlagen Sie deshalb zwei Fliegen mit einer Klappe:

  • Besorgen Sie einige Einweg-Plastikflaschen und entfernen Sie die Etiketten. 0,5-Liter-Stücke sind optimal. Spülen Sie die Flaschen gut aus und stellen Sie sie für 30 Sekunden in die Mikrowelle – das tötet sämtliche Keime.

  • Füllen Sie diese Flaschen zu höchstens 2/3 mit kaltem Leitungswasser. Dann stecken Sie sie ins Gefrierfach. Nicht vollmachen, Eis dehnt sich aus, sodass die Flaschen platzen könnten.

  • Am Grilltag werden die Flaschen als Kühl-Akkus in die Box gelegt.

Sie tauen auf, können dosiert entnommen werden, ihr Inhalt steht zum Gebrauch zur Verfügung und hinterher müssen Sie nur die leichten, leeren Flaschen mitnehmen – das Wasser kann ja problemlos ausgeschüttet werden.

Müllbeutel sind Pflicht

Es gibt unter Outdoor-Enthusiasten eine wichtige Regel, die auch Sie beim Outdoor-Grillen beherzigen sollten:

Hinterlasse nichts als Fußabdrücke und nimm
nichts mit außer Eindrücken und Fotos

Bedeutet: Hinterlassen Sie ihren Zelt- und Picknick-Ort, wie Sie ihn vorgefunden haben. Schon deshalb sollten Sie Müllsäcke mitnehmen. Kaufen Sie reißfeste Stücke; die kostenlos von den Kommunen ausgegebenen gelben Säcke sind oftmals sehr fragil.

Die Säcke machen auch deshalb Sinn, weil Sie dorthinein alles stecken können, was nach dem Grillen verschmutzt ist. Außerdem können Sie sie zuknoten – Sie wollen keinesfalls Salatschüsseln und Co. vor Ort grob abspülen und damit garantieren, dass sich sämtliche Mücken der Umgebung zu ihrem Grillplatz aufmachen, weil es da so duftet.

Holz bevorzugt

Natürlich, Sie können für ein derartiges Grillen im Vorfeld Steaks marinieren, können Sie in der Kühlbox antransportieren, eine halbe Stunde auf „Betriebstemperatur“ kommen lassen und wie gewohnt grillen.

Aber Sie sollten bedenken, dass das Outdoor-Essen ohne Infrastruktur – und dazu gehören auch simple Tische – ungleich schwieriger wird. Einen Teller voll Steak auf dem Schoß zu balancieren, während man mit rasiermesserscharfen Steakmessern zugange ist, ist nicht nur unkomfortabel, sondern gefährlich – und Klapptische sind i.d.R eine wacklige Angelegenheit.

Besser ist es, sie planen alles Essbare so, dass es von Holzspießen aus konsumiert werden kann – die können Sie auch noch zuvor einlegen und so für ein Aroma-Maximum sorgen. Damit können Sie notfalls sogar im Gras um den Grill sitzend gänzlich „werkzeuglos“ speisen und haben sogar den Vorteil, dass ein Großteil an Besteck wegfällt – und damit sowohl Transport- wie Reinigungsaufwand.  

Wichtig: Die auf Spießen naturgemäß kleineren Stücke gepaart mit dem kompakten Grill bedeuten meist stark verkürzte Grillzeiten. Besser testen Sie diese Kombination deshalb zuvor zuhause einmal ausgiebig.

Heimische Vorarbeit ist die halbe Miete

Es gibt unzählige Rezepte, bei denen es notwendig oder möglich ist, erst rings um den Grill die Zubereitung abzuschließen. Für das Outdoor-Grillen allerdings sollten Sie sämtliche dieser Varianten vergessen.

Denn alles, was sie erst vor Ort zubereiten, bedeutet, dass sie mehr Utensilien bzw. Equipment mitbringen und natürlich auch wieder heimschaffen müssen. Dazu einige Tipps zur Verdeutlichung:

  • Wenn Sie Grillwurstspieße planen, schneiden Sie die Würste schon zuhause, dann können das scharfe Messer und das Schneidbrett dortbleiben.

  • Wenn Sie einen Salat planen, ihn aber nicht zuhause völlig vorbereiten können, weil er sonst beim Transport unansehnlich zerfällt bzw. durchweicht wird, mixen Sie die Soße in der notwendigen Menge in der Küche an und füllen Sie sie in eine Kunststoffflasche.

  • Wenn Sie Fleisch marinieren, packen Sie die Stücke samt Marinade in verschließbare Kunststoffbeutel, dann haben sie keine große, sperrige und potenziell Leck-gefährdete Schüssel dabei.

Das Optimum ist erreicht, wenn Sie nach dem Ankommen nur den Grill entflammen und alle Speisen direkt drauflegen bzw. verspeisen können. Den Gewichtsvorteil gibt’s obendrein.