Pute oder Truthahn: Was ist der Unterschied?

Plump gesagt: Es gibt keinen. Pute und Truthahn bezeichnen eigentlich ein und dasselbe Tier, genauer gesagt, das Haustruthuhn. Weibchen werden dabei Pute oder Truthenne, Männchen Puter oder Truthahn genannt. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das alles aber auch schon mal in einen Topf geworfen und so sagt man in Norddeutschland Pute und in Süddeutschland Truthahn – unabhängig vom Geschlecht. 

Auf dem Teller sind dann doch ein paar Unterschiede zu erkennen. Truthähne sind häufig fast doppelt so groß wie eine Pute und können bis zu zwölf Personen satt machen. Das Fleisch der Pute ist dafür besonders zart – gerade dann, wenn sie noch vor der Geschlechtsreife geschlachtet wird.

Alternativen zum Putenbraten:

Ein Braten – 7 Fleischsorten – unzählige Nährstoffe

Früher habe ich eher selten Pute gegessen. Für mich war sie einer dieser amerikanischen Trends – dort gibt es ja an Thanksgiving traditionell immer einen üppigen "Turkey" (keine Sorge: Das ist kein Türke, so heißen dort Truthähne). Dabei ist die Pute ein richtiger Allrounder!

Sie ist beispielsweise das einzige Geflügel, das sowohl weißes als auch rotes Fleisch hat. Die Putenbrust ist besonders hell und zart, die Putenkeulen sind hingegen dunkel, saftig und kräftig im Geschmack. Der Pute wird sogar nachgesagt, dass sie aus bis zu sieben verschiedene Fleischsorten besteht. Unglaublich, oder? Damit werden sich meine Eltern hervorragend arrangieren können.

Wie anderes Geflügelfleisch ist auch Pute äußerst fettarm und reich an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen, zum Beispiel an Eisen und Zink. So lässt es sich selbst an Heiligabend guten Gewissens schlemmen – und am ersten Weihnachtstag kann man die Reste zum Beispiel mit dieser leckeren Honig-Senf-Marinade genießen.

Vor der Zubereitung: Pute lagern und vorbereiten

Geflügel ist sehr anfällig für Keime und andere Krankheitserreger. Daher achten wir bei unseren stets frischen Produkten darauf, dass die Kühlkette zu keinem Zeitpunkt unterbrochen wird. Sie sollten Ihre Pute zu Hause ebenfalls im Kühlschrank lagern, wenn möglich bei 0 bis 4 Grad. Der Frische und dem guten Geschmack zuliebe, sollte der Braten innerhalb weniger Tage verarbeitet werden.

Bevor es ans Eingemachte geht, kann die Pute mit klarem Wasser abgewaschen werden. Um böse Überraschungen zu vermeiden, ist es empfehlenswert, das Tier auf Federkiele überprüfen und sie notfalls mit einer Pinzette herausrupfen – an der ein oder anderen Stelle kann sich da schon mal etwas verirren.

Für jedes Putenrezept gilt: Durchgaren, durchgaren, durchgaren!

Während die Garstufe "rare" (also stark blutiges Fleisch) auch heute noch ein riesiger Trend beim roten Fleisch ist, gilt für Geflügel nach wie vor das Gegenteil. Damit man keine Angst vor Salmonellen haben muss, sollte das Fleisch eine Kerntemperatur von 80 bis 90 Grad erreichen. Als Faustregel kann man bei 180 Grad eine Garzeit von etwa 45 Minuten pro Kilogramm einplanen – je schwerer, desto länger. Sie wollen auf Nummer sicher gehen? Dann ist ein Fleischthermometer genau der richtige Helfer für Sie.

Der perfekte Putenbraten: Drei raffinierte Weihnachtsrezepte

Die Weihnachtszeit bietet ihre ganz eigene Gewürzpalette – das macht sie so wunderbar. Wenn ich für die Festtage einen Putenbraten mache, dann am liebsten mit Äpfeln und Zwiebeln, ganz klassisch. Es gibt aber natürlich unzählige andere Möglichkeiten. Hier sind drei winterlich-leckere Rezepte.

Aus dem Backofen: Orangen-Pute mit Safran und Aprikosenkonfitüre

Simpel, edel, weihnachtlich: Mit wenigen Zutaten lässt sich dieser fruchtig-aromatische Putenbraten zaubern.

  • 1 Pute (ca. 5 kg)
  • 2 unbehandelte Orangen
  • 40 g Butter
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 3 EL Marsala
  • 2 EL Aprikosenkonfitüre
  • 2 EL Soßenbinder
  • Safran
  • Salz und Pfeffer
  • Cayennepfeffer (je nach Geschmack)

Beide Orangenschalen werden dünn abgerieben und eine der Orangen in dünne Scheiben geschnitten. Gleichzeitig bringen Sie die Butter zum Schmelzen und geben anschließend eine Messerspitze Safran hinzu. Trocknen Sie die gewaschene Pute sanft ab und reiben Sie sie von außen mit Salz und Pfeffer ein, von innen mit Salz, Pfeffer und den geriebenen Orangenschalen.

Ziehen Sie die Orangenscheiben durch die Safranbutter und geben noch etwas Salz und Pfeffer dazu (Die übrige Safranbutter nicht wegkippen! Die wird später noch gebraucht). Dann wird die Haut auf der Putenbrust von der Öffnung her vorsichtig etwas abgelöst. Am besten mit den Fingern. Jetzt können Sie die vorbereiteten Orangenscheiben sachte unter die Haut schieben.

Die zweite Orange wird in grobe Stücke geschnitten und in die Pute gegeben. Mithilfe von Zahnstochern und/oder Küchengarn können Sie die Öffnung zustecken. Für eine gleichmäßige Bräunung sollten Sie die Flügel und die Keulen zusammenbinden ? so wird der Braten zusätzlich auch noch etwas kompakter. Hier gibt es eine gute Anleitung dazu:

Platzieren Sie den Putenbraten auf einer Fettfangschale oder bestreichen Sie ihn mit der restlichen Safranbutter. Decken Sie den Braten so mit Alufolie ab, dass Sie die Folie leicht wieder entfernen können. Je nach seiner Größe kommt der Putenbraten für etwa vier Stunden bei 180 Grad in den Backofen. Gießen Sie dabei nach und nach Geflügelbrühe an und übergießen Sie den Braten regelmäßig mit dem Bratensaft ? so wird die Kruste schön knusprig. Nach der Hälfte der Garzeit können Sie die Alufolie abnehmen.

Wenn der Braten fertig ist, sollten Sie den Saft, der sich gesammelt hat, nicht wegkippen. Gießen Sie ihn in einen Topf, geben Sie etwas Marsala und die Aprikosenkonfitüre dazu und bringen das Ganze zum Köcheln. Mit etwas Soßenbinder, Salz und Pfeffer zaubern Sie daraus eine leckere Soße ganz nach Ihrem Geschmack.

Gefüllte Pute mit Pilzen und Speck

Außen top, innen? auch! Diese etwas deftigere Variante ist voll von gutem Geschmack. Sie brauchen:

  • 1 Pute (ca. 3 kg)
  • 400 g frische Champignons oder Mischpilze
  • 125 g gewürfelter Katenschinken
  • 2 große Zwiebeln
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • 300 g Brät (grobe Bratwurstfülle)
  • 1 EL getrockneter Thymian
  • 50 g Butterschmalz
  • 1 große Möhre
  • 6 Scheiben Speck
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 250 ml Weißwein
  • Salz und Pfeffer
  • Soßenbinder

Reiben Sie die Pute innen und außen mit Salz und Pfeffer ein. Schneiden Sie anschließend die Pilze in hauchdünne Scheiben und eine Zwiebel in feine Würfel. Die Zwiebelwürfel werden gemeinsam mit dem Katenschinken in einer großen Pfannen glasig angedünstet, dann kommen die Pilze dazu. Nach fünf Minuten kommt die Pfanne wieder vom Herd. Während die Pilze und Co. etwas abkühlen, wird die Petersilie fein gehackt. Anschließend kommt sie gemeinsam mit dem Thymian und dem Brät zu den Pilzen. Mit dieser Mischung füllen Sie die Pute und nähen Sie anschließend zu.

Lassen Sie das Butterschmalz in einem Bräter schmelzen, legen Sie den Putenbraten mit der Brust nach oben hinein und belegen Sie ihn komplett mit den Speckscheiben. Die Möhre und die andere Zwiebel werden fein gewürfelt und um die Pute herum verteilt. Decken Sie den Braten mit Alufolie ab und lassen Sie ihn etwa drei Stunden lang bei 200 Grad im Backofen garen. Übergießen Sie ihn zwischendurch immer wieder mit der Gemüsebrühe. Natürlich dafür Kurz die Folie anheben! Für die letzte halbe Stunde werden die Alufolie und die Speckscheiben entfernt und die Temperatur auf 175 Grad heruntergedreht.

Das, was noch im Bräter ist, bietet die Grundlage für eine leckere Soße. Kochen Sie es gemeinsam mit dem Weißwein auf und lassen Sie es durch ein Sieb laufen. Mit etwas Soßenbinder oder Speisestärke können Sie der Flüssigkeit die gewünschte Konsistenz verleihen. Anrichten ? fertig!

Pute zubereiten auf Amerikanisch: mit Cranberrys und Wurzelgemüse

Was den Amerikanern im November schmeckt, das kann an Weihnachten genauso lecker sein. Cranberrys und Ofengemüse bringen Abwechslung.

  • 1 Pute (4-5 kg)
  • 3 Zitronen
  • 2 Bund Thymian
  • 6 breit aufgeschnittene Scheiben fetter Speck, ca. 3 mm stark, zum Bardieren (eine Art Einhüllen)
  • 1 Flasche trockener Weißwein
  • 500 g frische Cranberrys
  • 250 g Zucker
  • Pastinaken
  • Möhren
  • Rote Bete
  • Knollensellerie
  • kleiner Kürbis
  • Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

Im ersten Schritt – Sie ahnen es – wird die Pute von innen und außen kräftig gesalzen und gepfeffert. Stechen Sie in die Zitronen mit einem spitzen Messer ringsum viele Löcher und legen Sie sie gemeinsam mit dem Thymian in die Pute. Anschließend binden Sie die Keulen zusammen und bedecken die Pute mit den Speckscheiben. Sie können den Speck mit etwas Küchengarn fixieren, damit alles an Ort und Stelle bleibt.

Nehmen Sie ein sauberes Küchentuch zur Hand, das Sie nicht mehr brauchen, tränken Sie es mit dem Weißwein und legen Sie es über die Pute. So bleibt die Putenbrust garantiert saftig. Jetzt kommt der Braten auf einem Rost in den Backofen. Am besten, Sie stellen eine Fettfangschale drunter, um den wertvollen Saft aufzufangen und den Backofen nicht zu versauen. Die nächsten vier Stunden gart der Braten bei 180 Grad. Zwischendurch sollten Sie immer wieder Weißwein über das Küchentuch kippen, damit es nicht austrocknet.

Vier Stunden sind ziemlich lange, also ist reichlich Zeit für das Drumherum. Eine leckere Beilage zum Putenbraten ist Wurzelgemüse aus dem Ofen ? also nichts wie ran! Dafür nehmen Sie unterschiedliche Gemüsesorten ? so viel, wie Sie möchten – und schneiden sie in grobe Stücke. Das Gemüse wird auf einem Ofenblech mit Olivenöl übergossen, gesalzen und gepfeffert, gut durchgemischt und auf dem Blech verteilt. Der Backofen läuft ohnehin für den Braten, stellen Sie das Wurzelgemüse also einfach zwischendurch für eine Stunde dazu. Vor dem Servieren wird die Beilage nochmal nach Belieben abgeschmeckt, vielleicht ist ja noch etwas Thymian übrig?

Für die Soße waschen Sie die Cranberrys und füllen sie in einen Topf mit wenig Wasser – das Wasser sollte noch gerade so zwischen den Beeren zu sehen sein. Geben Sie den Zucker dazu und bringen alles zum Kochen. Anschließend lassen Sie die Beeren einige Minuten köcheln und rühren gelegentlich um, bis alle aufgeplatzt sind. Fertig! Und was macht unser Putenbraten?

Gegen Ende können Sie ihm einen letzten Schliff geben und dafür sorgen, dass er richtig knusprig wird. Dazu entfernen Sie das Tuch und den Speck und drehen den Backofen voll auf. Rühren sie eine kalte Salzwasserlösung an (einem Esslöffel Salz auf 250 ml Wasser) und bepinseln Sie damit alle fünf Minuten den Braten. Nach etwa einer halben Stunde sollte die Pute eine goldbraune Farbe annehmen ? so ist sie perfekt. Den Putenbraten mit dem Wurzelgemüse und der fruchtig-süßen Soße servieren und genießen.

Fazit zum Putenbraten

Ob traditionell mit Gemüse oder mit einer fruchtigen Note verfeinert: Der Putenbraten ist herrlich wandelbar und immer ein Genuss. Sich zwischen weißem und rotem Fleisch entscheiden müssen? Das war einmal. Bei der Pute bekommen Sie alles!

Unsere Puten kommen aus artgerechter Haltung, wachsen traditionell im Paderborner Land auf und können es schon längst mit einer klassischen Weihnachtsgans aufnehmen.