Dutch Oven: Weder wirklich holländisch, noch ein richtiger Ofen

Ein gusseiserner Topf mit dicken Wänden, drei massive Füße, ein Deckel – fertig ist der Dutch Oven. Kein High-Tech, kein Schnickschnack. Die rudimentäre Ausstattung sorgt für ein Grillerlebnis wie aus einer anderen Zeit, und das kommt nicht von ungefähr.

In Australien und den USA war der Dutch Oven (auf deutsch auch "Feuertopf") seit dem 18. Jahrhundert ein hilfreicher Ersatz für feste Backöfen und Herdstellen. Wahrscheinlich kam er mit niederländischen oder deutschen Siedlern nach Übersee (daher der Name), allerdings haben auch schon die Engländer diese Erfindung für sich beansprucht. In Amerika hat sich der Dutch Oven schon längst als BBQ-Trend etabliert, der nun wieder zu uns rüber schwappt.

Was macht den Dutch Oven so besonders?

Der Feuertopf ist unglaublich hitzebeständig. Mit seinem eng anliegenden Deckel kann man ihn daher auch wie einen Ofen nutzen. Er eignet sich also nicht nur zum Kochen, sondern auch zum Frittieren, Schmoren, Braten und Backen – und das auf offenem Feuer! Wegen seiner vielen Einsatzmöglichkeiten war er schon in der Vergangenheit beliebt. Als Wegbegleiter eines jeden Reisenden, wussten sogar die Cowboys im Wilden Westen seine Multifunktionalität zu schätzen. Wie konnten sie auch nicht? Einfacher ist Kochen in der Natur gar nicht möglich.

Ein weiteres besonderes Merkmal ist der Deckel des Dutch Oven. Er ist mit einem Außenrand ausgestattet, so dass man den Topf auch ganz einfach von oben beheizen kann. Die draufgelegte Kohle bleibt einfach liegen und fällt nicht in die Mahlzeit. Viele Deckel haben außerdem Füße. Warum? So kann der Deckel umgedreht aufgestellt und als Pfanne eingesetzt werden. Braten Sie das Fleisch einfach vorher im Deckel an – die herben Röstaromen verleihen einen einmaligen Geschmack.

Tipp: Schinken im Deckel saftig braten. Einfach ein Spiegelei dazu und schon hat man das perfekte Frühstück für sein Camping-Abenteuer.

Vor dem ersten Einsatz: Dutch Oven Einbrennen

Das Erste was man mit seinem neuen Dutch Oven machen muss, ist ihn einzubrennen. Achtung: Manche Modelle werden schon eingebrannt geliefert! Für alle anderen gilt: Bevor man mit dem Einbrennen anfängt, sollte der Dutch Oven mit lauwarmen Wasser und etwas mildem Spülmittel ausgewaschen werden. Anschließend den Feuertopf vorsichtig abtrocknen und dann mit etwas Fett einreiben. Nutzen Sie dafür Öl, das für hohe Temperaturen geeignet ist. Wir empfehlen Sonnenblumenöl, Rapsöl oder Kokosöl.

Ist der Dutch Oven erstmal vollständig mit Öl eingerieben (Deckel nicht vergessen!), wird es heiß. Am besten eignet sich dafür ein Kugelgrill. Den Grill ordentlich anheizen, dann einfach den Topf mit der Öffnung nach unten auf den Grillrost und den Deckel auf die Füße des Topfes legen. Die nächsten zwei bis drei Stunden sollten Sie dem Dutch Oven Zeit geben, richtig einzubrennen. Während des Vorgangs den Kugelgrill geschlossen lassen.

Einbrennen des Dutch Oven im Backofen

Rein theoretisch können Sie Ihren Dutch Oven auch im Backofen einbrennen. Ihrer Wohnung und Ihrer Gesundheit zuliebe sollten Sie das Ganze allerdings lieber in den Garten verlegen. Während des Einbrennens kann sich nämlich starker, schwarzer Rauch entwickeln, der die Wohnung vernebelt.

Patina: Ohne sie wäre der Dutch Oven einfach nur ein Topf

Dieses Einbrennen ist nicht einfach nur ein Kennenlern-Ritual, sondern hat einen wichtigen Zweck. Während des Einbrennens entwickelt sich nämlich eine schwarze Rußschicht. Das ist die Patina. Sie ist ein natürlicher Rostschutz und eine Art Antihaftbeschichtung, die Sie fürs Grillen im Dutch Oven unbedingt brauchen. Sollte die Patina mal beschädigt sein, säubern Sie den Topf und den Deckel gründlich und brennen Sie ihn nochmal ein. Mit der Zeit ist es ganz normal, dass die Patina erneuert werden muss.

Urgestein des BBQs

Der Dutch Oven ist Sinnbild für eine ganz und gar ursprüngliche Form des Grillens – die einfach Spaß macht. Entweder erhitzt man ihn auf offenen Flammen im Lagerfeuer (zum Beispiel mit Holzkohle) oder im Kugelgrill. Es gibt keine Temperaturregelung am Dutch Oven, das bedeutet, man muss selbst die Temperatur abschätzen und kontrollieren. Das geht mit dem richtigen Einsatz von Kohle, Briketts und Co. Wichtig ist nicht nur die Menge, sondern auch die Platzierung.

Die passende Menge hängt nicht nur vom zubereiteten Gericht, sondern zum Beispiel auch vom Wetter ab: Im Winter braucht man deutlich mehr Kohle als im heißen Sommer. Mit hilfreichen Tabellen kann man sich aber eine grobe Übersicht verschaffen.

Tipp: Lieber zu wenig Kohle nutzen, als zu viel. Wenn´s einmal verbrannt ist, ist es zu spät.

Platzierung der Kohle

Die Platzierung der Kohle ändert sich je nach Zubereitungsart. Soll die Mahlzeit köcheln, wird mehr Unterhitze benötigt. Das heißt, es liegt mehr Kohle unter dem Topf als auf dem Deckel. Beim Backen benötigt man mehr Oberhitze, also mehr Kohle auf dem Deckel als unter dem Topf. Soll etwas geschmort oder gebraten werden, wird die Kohle gleichmäßig oben und unten verteilt.

Die richtige Unterlage ist für den Dutch Oven ein Muss

Da die Kohle lose auf und unter den Topf gelegt wird, sollten Sie sich Gedanken zu einem passenden, feuerfesten Untergrund machen. Falls es sich anbietet, kann das einfach eine Steinplatte auf der Terrasse sein, aber auch eine Feuerschale oder ähnliches. Ansonsten können Sie den Dutch Oven auch in einem Kugelgrill benutzen.

Den Dutch Oven richtig reinigen und lagern

Die Reinigung des Dutch Oven ist schnell und unkompliziert. Einfach den Topf mit lauwarmem Wasser ausspülen, abtrocknen und mit etwas Öl einschmieren. Das war´s! Einfacher geht es nicht, oder?

Spülmittel sind tabu!

Etwas sollten Sie allerdings bedenken: Spülmittel und sonstige Reinigungsmittel sind nicht nur unnötig, sondern sogar schädlich. Die enthaltenen Fettlöser greifen nämlich die wertvolle Patina an und der Dutch Oven muss neu eingebrannt werden.

Die richtige Lagerung

Am besten aufgehoben ist der Dutch Oven in einem Karton. Dazu können Sie zum Beispiel den Karton des Produkts benutzen. Achten Sie darauf, dass keine Flüssigkeit im Topf ist. Das Gusseisen kann sonst schnell rosten. Überschüssiges Öl sollten Sie ebenfalls entfernen, damit es beim nächsten Einsatz keine unappetitlichen Überraschungen gibt. Papiertücher zwischen Topf und Deckel sorgen dafür, dass die Luft zirkulieren kann und frisch bleibt.

Bei der richtigen Pflege ist der Dutch Oven nicht nur lebenslang einsetzbar, sondern generationsübergreifend.

Grillen mit dem Dutch Oven

Kohle, Feuer, Rauch – alles schön und gut. Aber was kann man eigentlich im Dutch Oven zubereiten? Die Antwort ist einfach: (fast) alles! Die Liste der möglichen Gerichte ist schier unendlich:

  • Braten aller Art (zum Beispiel einen saftiger Krustenbraten)
  • Schichtfleisch (ein Klassiker aus dem Dutch Oven)
  • Suppen
  • Eintöpfe
  • Gulasch
  • Aufläufe
  • Chili con Carne
  • selbstgemachtes Brot
  • süße Speisen (zum Beispiel Milchreis oder Zimtschnecken)
  • und vieles mehr

Also bei der nächsten Grillparty einfach mal den Dutch Oven statt des Grills nehmen und ausprobieren!

In den Feuertopf gehört Fleisch

Rezepte die Fleisch enthalten eignen sich hervorragend für den Dutch Oven. Sie haben Lust auf Gulasch? Dann packen Sie Ihren Dutch Oven aus und braten Sie das Fleisch zuerst im Deckel an. Dadurch bekommt das Gulaschfleisch eine tolle Röstnote. Viele Köche bereiten auch gerne Schichtfleisch im Dutch Oven zu. Wir empfehlen dazu unseren Schweinenacken vom Iberico-Schwein – einfach wie geschaffen für den Feuertopf.

Fazit zum Dutch Oven

Der Dutch Oven ist ein robuster Allrounder mit Western-Charme. Er ist wunderbar vielseitig und deswegen eine ideale Ergänzung (oder gar ein Ersatz?) für den klassischen Gas- oder Kohlegrill. Also keine Angst vor dem Feuer: Seien sie kreativ und nutzen Sie die vielen Möglichkeiten Ihres Dutch Ovens. Wir freuen uns übrigens immer über Ihre Fotos! Zum Beispiel über unsere Facebook-Seite.