Wir konzentrieren uns lieber auf die Gadgets, die zum einen unglaublich nützlich sind und zum anderen auch mal ordentlich Eindruck machen, wenn man sich als Gott am Grill etablieren möchte. Hier kommt es, das wichtigste Grillzubehör.

Die Basics beim Grillzubehör

Anzündkamin

Grillen sollte mit schnell zubereitetem Fast Food nichts zu tun haben – was da auf dem Rost feinstes Aroma entwickelt, passt eher in die Kategorie Slow Food: also mit Hingabe und Zeit zubereitet, auf die Herkunft geschaut, mit Genuss und Muße verspeist.

Okay, der Gasgrill gibt in Sachen perfekte Grilltemperatur wirklich mehr Gas als die Holzkohle-Fraktion. Aber der kann man auf die Sprünge helfen. Der Anzündkamin sorgt dafür, dass man in zirka 20 bis 25 Minuten eine anständige Glut erhält. Warten, Luft zuwedeln, anföhnen oder gar ein Neustart bei zu heftigem Wind entfallen. Ein wirklich praktischer Helfer, dieses kleine Blechrohr mit Lüftungsschlitzen.

Man stellt den Kamin einfach in den Grill (Rost entfernen!): Anzünder kommt unten rein, darüber Holzkohle. Durch den Kamineffekt brennt die Kohle schneller durch und man spart gut Zeit, die man sinnvoll in Dinge wie die Verkostung des passenden Bieres stecken kann. Bildet sich auf der Holzkohle oder den Briketts oben eine weiße Ascheschicht, wird die Glut in den Grill entlassen und es kann sofort mit dem Rösten losgehen.

Übrigens: Reicht die glühende Kohle nicht aus, kann mit dem Anzündkamin auch noch nachgearbeitet werden. Eine sichere, schnelle und ökologisch wertvolle Sache. Der Anzünder kommt nämlich nicht mit der Kohle in Berührung und damit gelangt er nicht ins Grillgut!

Grillzange

Wissen Sie noch? Früher platzierte man eine Schüssel mit kaltem Wasser neben den Grill: Finger rein, Wurst fassen, rauf auf den Rost. Zum Wenden: Finger wieder im Wasser kühlen, dann ruck-zuck Wurst drehen. Fertig. Wenn man schnell genug war.

Ist natürlich längst nicht mehr Usus. Wer keine Grillzange besitzt, ist selber schuld. Wenn Sie sich sonst keinen Schnickschnack für den Grill gönnen: Das Teil muss sein.

Am besten spülmaschinenfest und gut hitzebeständig. Probieren Sie vorher, ob es ein Handschmeichler ist – denn auf Druckstellen können Sie gut verzichten. In Verbindung mit den Grillhandschuhen sollte die Grillzange auch gut funktionieren, also darf sie nicht zu fragil ausfallen.

Grillhandschuhe

Auch Hitzeschutzhandschuhe genannt: Sie müssen feuerfest sein. Denn egal, wie abgebrüht man ist: So ein Grill bzw. Rost kann Temperaturen von mehreren Hundert Grad erreichen, das merkt man schon, wenn man sich dem Grill nähert. Also sollten die Handschuhe bis mindestens 300 Grad mithalten können.

Grillhandschuhe haben immer eine Einheitsgröße, aber nicht unwichtig: In der Form unterscheiden sie sich – es gibt das Fünf-Finger-System oder den Fäustling. Achten Sie darauf, dass eine gewisse Feinfühligkeit erhalten bleibt, um auch ordentlich arbeiten zu können. Und zu kurz sollten die Überzieher auch nicht sein, um den Unterarm mit zu schützen. Es gibt welche aus Leder inklusive Kevlar-Fäden – mit denen kann man sogar glühende Kohlen anfassen – andere sind aus Neopren.

Grillschürze

Nein, ich meine jetzt nicht die Modelle "Papa ist der Grillkönig" oder sonstigen Kokolores. Sondern die feuerfeste Variante, gern aus Leder und mit Taschen, um wichtige Utensilien wie das Fleischthermometer immer am Mann zu haben. Aus Kevlar ist sie nun nicht zwingend nötig, aber auf eine gute Qualität eines Baumwolllgemischs, das bis zu 300 Grad aushält, sollte man schon Wert legen.

Fleischthermometer

Längst nicht nur ein Tool für Profis! Das Thermometer braucht man, damit bei hochklassigem Fleisch nichts schief geht.

Jeder Steakliebhaber kennt das: Man freut sich aufs Fleisch, zum Beispiel ein tolles Tomahawk, und serviert wird – eine Schuhsohle. Mit dem Fleischthermometer haben Sie die Kerntemperatur immer im Blick.

Wichtig: Das Messgerät sollte zwei Sonden haben – eines für die Fleischtemperatur, eines für die Hitze im Ofen (bzw. im Grill). Ob Sie die digitale oder die klassische Anzeige bevorzugen, ist Geschmackssache.

Hilfreich ist die Funkvariante, zum Beispiel, um eine Lammkeule perfekt bei Niedrigtemperatur zu garen. Auf dem Grill schön anbrutzeln, dann bei konstant 80 Grad im Backofen durchziehen lassen. Sie können bequem weiter mit den Gästen plaudern, während drinnen das Fleisch der Vollendung entgegenschmort.... Fleischthermometer gibt es in allen Preisklassen, und sie funktionieren auch für den Smoker.

Grillwender

Für Hamburger und Co.: Teuer muss so ein gutes Stück nicht sein. Auch für unter zehn Euro gibt es Wender aus Edelstahl, die geschmeidig in der Hand liegen, nicht zu heiß werden und einfach zu reinigen sind. Wählen Sie langstielige Modelle, mit einer Hebefläche von mindestens 10 cm Breite. Der Knick im Griff ist klar, Hebelwirkung und so.

Grillbürste zur Reinigung

Ob nun drei Seiten oder nur zwei, der eine kommt mit dieser Bürstenart zurecht, der andere mit jener. Das ist auch völlig wurst, Hauptsache: langer Stiel und stabile Borsten. Die Länge ist hier in der Tat entscheidend, denn zu kurz bedeutet: Es wird eventuell zu heiß, wenn man den Rost schrubbt. Und Ihre Bürste sollte auch nicht nach einmaligem Gebrauch ausfransen.

Männer, auch wenn Putzen nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört, beim Grillrost ist Sauberkeit oberstes Gebot! Nach jedem Gebrauch wird der Rost gereinigt, ohne Ausnahme!

Ist auch gar nicht schwer: Grill hochheizen bis auf über 250 Grad (Deckel ist dabei zu), dann die Grillhandschuhe an und mit der Bürste die Reste runterschrubben. Sonst bleibt nämlich beim nächsten Mal das kostbare T-Bone kleben...

Grillzubehör für besten Geschmack

Das ist jetzt die Abteilung "nützlich, aber nicht zwingend notwendig". Wer sie hat, hat Glück – und beweist Geschmack:

Woodchips (Holzchips)

Damit pimpen Sie das Aroma Ihres Grillguts enorm. Beliebt sind rauchige Sorten wie Hickory oder Zeder. Für die Königsdisziplin des Grillens, das Heißräuchern, sind die Holzstückchen in der Räucherbox die Kirsche auf der Sahne. Aber Vorsicht: mit Gefühl dosieren, um den Eigengeschmack des Fleisches nicht zu überlagern. Raucharoma beim Gasgrill erzeugen

Messer

Beim Grillen? Ja! Und ich empfehle sogar 2, nämlich ein Spickmesser und ein richtig gut geschliffenes Messer. Warum? Um einen Grill-Klassiker in echter Handarbeit zu erschaffen. Für Hamburger brauchen Sie scharfe Klingen!

Das Fleisch für die Pattys eines Burgers kauft der Gourmet am Stück (die Schulter verlangen!) und setzt selbst das Messer an. Überschüssiges Fett, Sehnen und Bindegewebe werden mit dem Spickmesser entfernt, mit dem starren Tranchiermesser oder einem ähnlichen, welches Sie gut führen können, wird das Fleisch fein geschnitten.

Brandeisen

Individuelles Branding gefällig? Das Brandeisen soll irgendwie verwegen rüberkommen, aber ich find´s einfach überflüssig.

Erstens müssen Sie es richtig heiß bekommen – das bedeutet, Grilldeckel auf, damit es in der Glut liegen kann. Nicht ideal, es sei denn Sie haben einen flexiblen Einsatz im Rost.

Zweitens hinterlässt es einen leicht verkohlten Geschmack, will man das Fleisch richtig deutlich markieren. Schade um Ihr super Steak.

Drittens gibt es die Brandeisen mit auswechselbaren Buchstaben, die jedem sein persönliches Grillgut kennzeichnen sollen. Gesagt, getan. Aber versuchen Sie mal, die glühend heiße BRIGITTE schnell gegen JOHANNES auszutauschen, damit alle in den Genuss des Brandmarkens kommen. AUA!

Pizzastein für Grillrost

Das ist doch mal eine richtig gute Idee! Der runde Boden für die Outdoor-Pizza ist aus Speckstein, Schamott, Cordierit oder Keramik (hier eine dickere Version kaufen!) gefertigt und besonders für den Kugelgrill geeignet. Egal, ob Holzkohle oder Gas.

Der Stein wird ordentlich mit erhitzt, und der Kenner bemerkt sofort den Unterschied: Im Backofen kriegen Sie so eine hohe Temperatur oft gar nicht hin, wie Sie einer Pizza gut tut und die sie sonst nur im Steinbackofen erfährt. Deswegen Daumen hoch für den Pizzastein!

Grillrost mit herausnehmbarem Einsatz

Praktisch, denn in die Aussparung kommt dann beispielsweise die gusseiserne Pfanne für Meeresfrüchte oder der Wok, wenn Sie mal Lust auf ein scharfes Curry vom Grill haben.

Spezieller Grillrost für Steaks

Er hat extra dicke Stäbe aus Gusseisen, um ein schönes Muster ins Fleisch zu brennen. Sieht professionell aus und macht kaum Arbeit.

Grillzubehör zur Arbeitserleichterung

An dieser Stelle noch etwas Funktionelles, was durchaus seine Berechtigung in jedem gut sortierten Grillhaushalt hat.

Abdeckhaube für den Grill

Ist oft bei höherwertigen Modellen im Lieferumfang inbegriffen. Wem sie fehlt, der findet die passenden Größen und Formen online. Wasser- und windfest sollte die Schutzhülle sein, damit Ihr Grill nicht im Regen steht.

Silikonpinsel

Borsten aus Silikon. Stiel aus Stahl. Dann kann beim Marinieren gar nix schiefgehen. Ab nach Gebrauch in die Spülmaschine. Naturhaar-Pinsel, in denen noch das Öl vom Vorjahr hängt? Nein, danke.

Drehspieß

Man bezeichnet ihn auch als Rotisserie, und der Spieß ist wohl die ursprünglichste Version des Grillens. Wenn sich das Schwein daran dreht, während sein Fett ins offene Feuer tropft? Ein Anblick, dem sich Fleischfans nicht entziehen können. Gut, offene Flammen sind am Grillrost inzwischen tabu, aber der Drehspieß erledigt auch über rot schimmernder Glut seine Arbeit. Eine sauleckere Angelegenheit!

Bierhalter

Es ist doch so: Während sich die komplette Familie um den Tisch versammelt, schon mal am Getränk nippt oder mit den Gästen anstößt, steht der Herr des Hauses am Grill und achtet darauf, dass da alles läuft. Wendet das Fleisch, kontrolliert die Temperatur, legt Kohle nach.

Und seine trockene Kehle? Genau, selbst ist der Mann. Das Getränk – ob nun Gerstensaft, Fassbrause oder erfrischendes Mineralwasser – ist immer dabei, wenn man Lust hat, sich einen Flaschenhalter als Holster umzuschnallen, oder eine etwas gewöhnungsbedürftige Biersocke um den Hals trägt.

Und je nach Geschmack:

  • Pattyformer für Hamburger
  • Fischhalterung
  • Aluschalen zum Auffangen von Flüssigkeit
  • Spieße für Schaschlik
  • dicht verschließbare Plastikbeutel zum Marinieren
  • Grillpfanne für Gemüse usw.

Fazit zum Grillzubehör

Mit der Basisausrüstung Grillzange, Grillhandschuhe, Grillbürste, Grillwender und Fleischthermometer sind Sie schon mal bereit, um ein ordentliches Stück Fleisch auch artgerecht zuzubereiten. Raffinierter sind natürlich nützliche Ergänzungen wie ein Drehspieß oder ein Pizzastein. Ich empfehle: Stück für Stück das Arsenal für Grillzubehör aufstocken, um sämtliche Werkzeuge in Ruhe kennenzulernen.