"Das kann ja wohl nicht so schwer sein, mit der Grillzange umzugehen!", mag der Laie denken, der bevorzugt Würstchen aus dem 10er Pack auf die Glut legt. Fleisch draufpacken, wenden, fertig.  

Aber wenn´s so einfach wäre, warum wird dann seitens der Hersteller wie Weber oder Landmann so viel Liebe ins Detail gesteckt? Warum gibt es unzählige Varianten, Tests zu Grillzangen und Praxisvergleiche am Rost? Genau: Weil es eben doch etwas ausmacht, welches Teil man in der Hand hält.

Grillzange? Unbedingt!

Stellen wir uns also die ausschlaggebende Frage: Warum ist die Grillzange eigentlich notwendig?

Damit Sie nichts anbrennen lassen. Weder das köstliche Fleisch noch Ihre wertvollen Finger.

Die Zange nimmt das Grillgut auf, Sie wenden es damit und können es ganz ohne Hektik vom Rost direkt auf den Teller drapieren. Hände sauber, Steak saftig – perfekt!

Denn noch etwas spricht unbedingt für eine Grillzange. Unter keinen Umständen (!) pieksen Sie das Fleisch mit einer Gabel an, um es zu drehen! Jedes Loch lässt den Fleischsaft austreten und damit das gute Stück immer trockener werden.

Edelstahl, Holz oder Kunststoff – kleine Material-Kunde

Edelstahl

Eines ist klar: Männer und Stahl – das gehört einfach zusammen. Nichts geht über Edelstahl, wenn Sie sich für eine Grillzange entscheiden. Denn praktischer wird es nicht. Das Material ist so hitzebeständig, dass man damit auch direkt in der Glut arbeiten kann, also auch mal die glühende Kohle verschieben oder neue Glut aufschichten.

Für die ursprünglichste Form des Grillens über offenem Feuer, zum Beispiel bei einer Feuerschale, ist das natürlich elementar.

Wichtig: Es bringt jedoch nichts, den harten Mann zu markieren und den Edelstahl mit bloßen Fäusten zu packen. Die Grillzange aus Metall braucht überzogene Griffe, um sie gekonnt führen zu können. Ob Kunststoff, Leder oder Holz ? das ist Geschmackssache. Hauptsache, Sie verbrennen sich nicht die Finger.

Nach getaner Arbeit kommt das Werkzeug in die Spülmaschine und ist ruckzuck porentief rein.

Holz

Aus Holz, meist Buchenholz, sind oft die Würstchenzangen gefertigt. Aber jetzt mal ehrlich: Mann oder Maus? Steak oder Wurst?  Ein ordentliches T-Bone möchten Sie doch wirklich gut im Griff haben, weshalb Holz eher nicht in Frage kommt.

Und solch eine hölzerne Zange hat zwei weitere Nachteile: Erstens – logisch – lässt die Hitzebeständigkeit zu wünschen übrig. Sie verkohlt recht schnell. Glut korrigieren? Klappt nicht mit dieser Grillzange.

Zweitens: Sollten Sie Ihr Fleisch mariniert haben, zum Beispiel bei zarten Spareribs vom Kalb, hängt die Soße an der Zange. Da sieht nicht nur unlecker aus, das zieht auch ins Holz ein. Wollen Sie die Zange reinigen, können Sie das nur per Hand erledigen. Die Spülmaschine wäre eine schlechte Idee: Bei Nässe quillt Holz bekanntlich auf, anschließend kommt die heiße Trocknung und die Holzfasern können spröde werden. Im schlimmsten Fall brechen kleine Splitter heraus, die dann das wertvolle Fleisch ruinieren.

Haben Sie eine Holzgrillzange, die am Ende Klebeverbindungen hat, besteht die Gefahr, dass sich diese in der heißen Maschine lösen. Also nichts als Arbeit mit der Holzzange – die brauchen Sie nicht.

Kleiner Rat: Holz kann beim Grillen schon sehr hilfreich sein, nämlich als hervorragende Aromaquelle zum Räuchern oder Smoken.

Kunststoff

Mehrere Hundert Grad heiß wird ein Gas- oder Holzkohlegrill, vor allem als Kugelgrill. Überlegen Sie mal, was mit Kunststoff aka Plastik bei dieser Temperatur passiert? Richtig. Es schmilzt. Wenn Sie Pech haben, werden auch noch Giftstoffe freigesetzt. Na, Guten Appetit auch!

Eine Kunststoffzange mag zwar gut zu reinigen sein, aber für die große Hitze ist sie nicht geeignet. Die Greifbacken verbrutzeln relativ zügig. Benutzen Sie diese Zange in der Küche, wenn in der Pfanne mal etwas gewendet werden muss. Auf dem heißen Grill hat sie nichts verloren.

Die Form der Grillzange

Soll sie vorne breit sein oder spitz oder schaufelartig oder mit kleinen Krallen? Hier müssen Sie einfach ausprobieren. Richtet sich natürlich auch danach, was Sie Feines auf den Rost legen wollen. Merke: Bloß nicht zu scharfkantig, um das Fleisch nicht zu verletzen. Sie wissen ja: angestochenes Steak minus Fleischsaft = zäh wie Leder.

Das Gefühl in der Hand ist einer der wichtigsten Punkte. Design ist echt zweitrangig, wenn das Teil einfach sperrig ist und drückt. Deshalb besonders auf die Griffe Wert legen. Ergonomie heißt das Zauberwort?

Angeboten werden die Grillzangen in zwei Formen: Entweder bestehen sie aus zwei Teilen, die wie eine Schere funktionieren, oder sie sind aus einem Stück gebogen. Dann tritt die Wirkung über die Spannung der zwei Greifarme auf. Achten Sie bei der Scheren-Variante darauf, dass die Edelstahlstäbe nicht zu dünn sind und die Verbindungsschraube nicht zu locker sitzt, um auch ein ordentliches Tomahawk wenden zu können.

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5 Tipps für die perfekte Grillzange

Tipp 1: Auch mit Grillhandschuhen sollte die Grillzange zu bedienen sein. Wenn es doch mal heißer wird?

Tipp 2: Um das Werkzeug platzsparend lagern zu können, ist es sinnvoll, wenn die beiden Arme im geschlossenen Zustand arretiert werden können.

Tipp 3: Die Mindestlänge der Grillzangen liegt bei 40 cm, ideal sind noch 5 cm mehr. Sie bewegen sich sonst zu nah am Feuer. Es gibt auch ganz kurze Grillzangen, die zwar super in der Hand liegen, aber für den professionellen Einsatz nicht geeignet sind. Im Gegenzug werden extra lange Grillzangen angeboten. Ist kein Muss, aber wer´s braucht...

Tipp 4: Achten Sie auf die Verarbeitung: Grillzangen kosten auch in guter Qualität nicht die Welt. Schließlich haben Sie ja nichts davon, wenn Sie zwar günstig am Grill arbeiten, aber dafür mit Brandblasen.

Tipp 5: Ein Aufhänger am Ende ist sehr praktisch, wenn man die Zange mit dem restlichen Grillbesteck verstauen möchte.

Fazit zur Grillzange

Wenn Sie EIN Werkzeug zum Grillen brauchen, dann ist es die Grillzange. Edelstahl mit überzogenen Griffen ist das Nonplusultra, um sich nicht die Finger zu verbrennen und das Steak schön saftig zu bekommen. Testen Sie, wie die Grillzange in der Hand liegt, um damit effizient arbeiten zu können. Schließlich wissen Sie ja jetzt, dass die Grillzange das Zepter am Rost ist!