Der Rolls Royce unter den Küchen

Die Outdoorküche, Gartenküche oder Außenküche ist der Rolls Royce unter den Küchen, oder besser noch: Das Cabrio. Genuss, Geselligkeit, Erholung – hier ist alles drin. Das Wohnen wird einfach nach draußen verlegt. Bei Überdachung kann man auch locker im Regen grillen. Und manche der Outdoorküchen sind auch als Abgrenzung oder Sichtschutz zu den Nachbarn toll einsetzbar und machen dabei optisch noch ordentlich was her.

Die Mindestausstattung

Outdoorküchen und die Küche im Haus unterscheiden sich in Bezug auf den Standort und die daran geknüpften Bedingungen voneinander, aber ansonsten gelten die gleichen Regeln. Für beide Arten von Küchen gilt: Nur verfügbarer Platz und das Budget begrenzen das Projekt. Nach unten allerdings wird die Luft dünner: Richtige Schnäppchen sind im noch kleinen und relativ neuen Bereich der Outdoorküchen schwieriger zu haben. Hier zwei Alternativen.

Mobile Grillstation

Es muss ja nicht gleich mit Kühlschrank und Spülbecken sein. Die kleinste denkbare Version der Outdoorküche braucht Grillfeld, Kochfeld und Arbeitsfläche. Hierfür bieten sich mobile Grillstationen an. Selbst Ikea führt inzwischen solche Stationen für den kleineren Geldbeutel.

DIY - Outdoorküche selber bauen

Günstiger und mit ähnlicher Wirkung auf die Gartenatmosphäre ist es, sich einfach einen Grill zu mauern oder gleich selbst die ganze Outdoorküche in Angriff zu nehmen – selbst ist der Mann.

Die Luxusversion

Maßgefertigt, individuell und ganz Ihren Wünschen entsprechend: In der Luxusversion wird dann alles möglich – hier wird gekühlt, gearbeitet, gekocht, gegrillt, gegessen, gespült, verstaut und der Garten unterteilt bzw. vor Blicken geschützt.

Highend-Hersteller von Outdoor-Küchen

Die Liste der Hersteller wächst stetig, diese erweiterte Auflistung der Zeitschrift Schöner Wohnen ist also bestimmt nicht abschließend. Zu Saisonbeginn und -ende gibt es manchmal Angebote, ansonsten macht es Sinn, direkt vom Hersteller zu beziehen – ist häufig günstiger.

Standort Ihrer Außenküche

Für die Wahl des Standorts sind verschiedene Faktoren einzubeziehen, z.B.:

  • Wann steht die Sonne wo?
  • Wie steht es mit dem Wind?
  • In welche Richtung möchte ich blicken?
  • Wie weit kann das Haus entfernt sein?
  • Wie sieht es mit den Nachbarn aus? (Sichtbarkeit und Lautstärke!)

Grill für die Gartenküche

Für die Außenküche würde ich ganz klar einen Gasgrill bevorzugen – ein Kohlegrill hat durch die lange Dauer des Anfeuerns erhebliche Nachteile und birgt das Risiko, dass Sie den Grill doch nur in Ausnahmefällen oder für spezielle Anlässe nutzen und nicht einfach eben mal so.

Verlockend durch Optik und extreme Robustheit ist allerdings auch ein über Holzkohle befeuerter Keramikgrill (besonders schick: Big Green Eggs). Keramikgrills können sehr präzise geregelt werden, Temperaturen zwischen 70 und 400 Grad können genau eingestellt werden und ermöglichen die problemlose Nutzung selbst im Winter. Unter 600 Euro kommen Sie allerdings für einen ordentlichen Keramikgrill definitiv nicht weg.

Materialien Ihrer Outdoorküche

Optische Kriterien spielen bei der Wahl natürlich eine Rolle, aber auch Robustheit, Wetterbeständigkeit, Haltbarkeit, Reparatur-, Pflege- und Reinigungsmöglichkeiten sollten bedacht werden. Berücksichtigen Sie in Ihrer Entscheidung, ob Sie eine überdachte oder eine freistehende Küche bevorzugen! Doch selbst mit diesen Einschränkungen bleiben Ihnen fast unendlich viele Möglichkeiten offen.

Outdoorküche aus Beton

Beton-Optik ist überall auf dem Vormarsch, und gerade im Küchen/Outdoorküchenbereich vereint der Beton Design-Eigenschaften mit Widerstandsfähigkeit. Outdoorküchen aus Sichtbeton können z.B. in fast allen Farben gestaltet werden – wenn der Betonlook auch dazu einlädt, es einfach in Grau zu belassen.

Outdoorküche aus Holz

Für Ihre Outdoorküche aus Holz ist nicht nur Teak möglich. Wer auf Tropenholz verzichtet, wird mit der einheimischen Eiche glücklich, die immer beliebtere Robinie ist sogar noch widerstandsfähiger und dauerhafter. Thermisch modifizieren und damit wetterfest machen kann man fast alle Holzarten, eine weitere Alternative zu Tropenhölzern ist das Dauerholz. In geschützten Lagen mit Überdachung können Sie auch Olivenholz oder Obstbaumhölzer einsetzen.

Achtung: Alte Eiche kann Gerbstoffe freisetzen, wenn sie nass wird, der Bodenbelag kann sich dadurch verfärben. Also besser nur verwenden, wenn es einen Regenschutz gibt.

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Outdoorküche aus Naturstein

Stein lässt sich gut in Kombination mit Holz verwenden, und die Liste der Steinsorten ist praktisch endlos: Vom für die Ewigkeit gemachten Granit zum edlen Marmor, von Schiefer zu Gneiß, von Porphyr zu Kalk. Wegen dieser Vielseitigkeit in den Optionen lässt es sich hier auch besonders gut mit Farbigkeit und Oberflächenstruktur bzw. Textur variieren.

Outdoorküche aus Keramik

"Keramik", das klingt erstmal nicht besonders robust. Aber weit gefehlt: Keramikplatten sind robuster als Granitplatten! Besonders kratz- und hitzefest, nimmt praktisch keine Flüssigkeit auf, sehr hygienisch: Keramik ist ausgezeichnet geeignet für den Garten. Außerdem gibt es sehr viele verschiedene Farben und Muster – da ist für jeden was dabei. Allerdings nicht für jeden Geldbeutel – die Dinger sind teuer.

Outdoorküche aus Edelstahl

Hochwertiger Edelstahl ist sehr stabil und schmutzabweisend und eignet sich ausgezeichnet für die Außennutzung.

Küchenmöbel für Draußen

Bequeme und schöne Möbel, die der Witterung trotzen: Das ist der Ansatz für Sitzgelegenheiten und Tische. Hier ist aber wirklich der individuelle Geschmack ausschlaggebend – Sie können sich auch ein Bett auf den Rasen stellen und ´nen Kronleuchter in die Überdachung hängen, wenn Ihnen denn danach ist. Allerdings sollten die Polster abnehmbar sein.

Stromversorgung für Ihre Gartenküche

Benötigt werden je nach Projekt Stromanschlüsse für Kühlschrank und Beleuchtung. Sie wollen schließlich nicht nur tagsüber Spaß an Ihrer Küche haben.

Ungünstig für den Stromanschluss sind offenliegende Kabel – sieht unschön aus und ist eine fiese Stolperfalle. Wenn möglich also unter der Erde verbauen! Die einfachste Möglichkeit ist natürlich, die Outdoorküche nah am Haus zu platzieren.

In jedem Fall sollten Sie im Voraus klären, ob die Küche problemlos an Ihrem Wunschort installiert werden kann oder ob neue Leitungen dafür gelegt werden müssen.

Wasserversorgung im Garten

Die Wasserversorgung einer Outdoorküche können Sie simpel über einen Gartenschlauch regeln. Bloß eine Versorgung mit Trinkwasser erweist sich als schwieriger: Hierfür sind Gartenschläuche nicht geeignet: Es besteht die Gefahr, dass sich gesundheitsschädliche Stoffe aus dem Schlauchmaterial lösen, oder dass das Wasser zu lange gestanden hat und dann eine übermäßige Keimbelastung aufweist. Zum Abspülen reicht aber auch das so genannte "Brauchwasser": und das kommt auch aus dem ganz normalen Gartenschlauch.

Bei einer langfristigen Nutzung der Küche empfiehlt sich die Nutzung zertifizierter, trinkwasserhygienischer Produkte. Eventuell kann es auch Sinn machen, gleich Rohre zu verlegen. Aber selbst dann darf das Wasser gerade im Sommer nicht zu lange in der Leitung stehen, sonst droht auch hier Verkeimung. Im Winter hingegen muss alles vor Frost geschützt werden.

Fragen, die Sie sich vor der Anschaffung stellen sollten

  • Was für eine Ausstattung möchte ich haben? Genügt mir die Minimalversion oder möchte ich z.B. mehr Raum für Abstellflächen haben? Einen Pizzaofen oder eine Überdachung?
  • Soll die Gartenküche fest installiert sein, oder soll sie fahrbar sein, also durch Rollen mobil gemacht werden?
  • Welche Form gefällt mir am besten, und welche Form passt am besten an diese Stelle?
  • Möchte ich eine überdachte Küche oder soll sie frei stehen? (wichtig u.a. für die Auswahl von Materialien)
  • Farben, Stil, Design: Was passt zu meinem Haus?
  • Was ist eine angenehme Arbeitshöhe für mich?
  • Was sind outdoortaugliche Techniken?
  • Wo passt Stauraum hin? Was muss gelagert werden (eventuell Holz)?
  • Möchte ich mir die Möglichkeit zum Aufstocken offenhalten? Dann sollte ich modular planen.

Fazit

Wer braucht da noch ein Wohnzimmer, ist doch alles da! Wenn das Wetter ein bisschen mehr mitspielt, kann man gleich in den Garten ziehen.